Fast alle Fachkräfte, die über „Hand in Hand“ nach Deutschland gekommen sind, sind auch nach einem Jahr weiterhin in Deutschland (Verbleibquote 95 %). Die wenigen, die in ihr Heimatland zurückgegangen sind, hatten meist persönliche Gründe (z. B. familiäre Gründe oder Krankheit). Die Verbliebenen bewerten zudem ihre Auswanderung nach Deutschland als positiv.
Erkenntnisse aus dem Projekt „Hand in Hand for International Talents“
6 Jahre ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) alt. 6 Jahre also, seit die Bundesregierung die Regelungen für Fachkräfte aus dem Ausland vereinfacht hat. Und auch 6 Jahre, in denen wir als Projekt das FEG in der Praxis testen. 6 Jahre, in denen wir unzählige Erkenntnisse gesammelt haben. So führen wir z. B. einmal jährlich eine Umfrage mit Fachkräften durch, die seit einem Jahr in Deutschland sind. In diesem Jahr haben wir außerdem unsere Fachkräfte befragt, die bereits 2 bis 4 Jahre in Deutschland sind.
Wir wollen Ihnen heute einen Einblick geben in unsere Lernerfahrungen und Erkenntnisse aus 6 Jahren Fachkräfteeinwanderungsgesetz.
Ausgewählte Erkenntnisse
01
Verbleibequote
in Deutschland
02
Verbleib im
Unternehmen
Es gibt einen nachweisbaren positiven Zusammenhang zwischen Unterstützung durch den Arbeitgeber beim Ankommen in Deutschland (z. B. Wohnungssuche, Behördengänge) und der Verbleibquote der Fachkraft im Unternehmen sowie der Zufriedenheit mit der Arbeitsstelle.
03
Wohnungs-
suche
Der Großteil der befragten Fachkräfte bewertete die Wohnungssuche als schwierig bis extrem schwierig. Die Schwierigkeit ergab sich, obwohl gut 80 % der Unternehmen bei der Wohnungssuche unterstützt haben. In der Auswertung zeigt sich, dass die Unterstützung der Unternehmen die Wohnungssuche dazu einfacher macht.
04
Attraktivität
von Deutschland
Die Fachkräfte, die länger als 2 Jahre hier sind, finden Deutschland vor allem wegen der hohen Lebensqualität und der stabilen Arbeitsbedingungen attraktiv. Genannt werden moderne Technologien, klare Strukturen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Sicherheit sowie ein respektvolles Arbeitsumfeld. Viele betonen zudem die höhere Anerkennung technischer Berufe in Deutschland im Vergleich zu ihren Herkunftsländern, was sich positiv auf Motivation und berufliches Selbstverständnis auswirkt.
05
Herausforderungen
in Deutschland
Kritisch werden bewertet: hohe Lebenshaltungskosten, insbesondere Mieten, sowie komplexe und langsame Bürokratie, insbesondere in Einwanderungsprozessen. Einige Fachkräfte erleben zudem ein Missverhältnis zwischen Gehältern und realen Kosten, außerdem lange Pendelwege oder die Notwendigkeit eines Autos.
06
Rassismus-
erfahrungen
Gut die Hälfte der Beantwortenden aus der 2- bis 4-Jahres-Umfrage gab an, Rassismus erlebt zu haben, z. B. im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder beim Arztbesuch.
07
Unterstützung durch
das Projekt
Die Unterstützung durch unser Projekt wird von den Fachkräften im Durchschnitt mit 8,5 von 10 Punkten bewertet.
Darüber freuen wir uns!