Fachkräfteverstärkung aus Vietnam in Oldenburg
Die Oldenburger Restaurantkette Moto Kitchen hat über „Hand in Hand for International Talents“ 4 Gastrofachkräfte aus Vietnam eingestellt – und freut sich über die Perspektiven und Ideen der neuen Mitarbeitenden.
Ende 2025 kamen die Fachleute für Restaurant und Gastronomie Khang, Tien und Bich sowie die Fachkraft Küche An nach Oldenburg. Geschäftsführer Hien Tran und Business Development Manager Daniel Sip arbeiteten seit 2024 mit dem Welcome- & Business Center der IHK Oldenburg zusammen. „2024 sind wir darauf aufmerksam geworden, dass bereits relativ viel angeboten wird, um Fachkräfte aus Vietnam nach Deutschland zu holen. Dann haben wir gehört, dass es von der IHK selbst auch so ein Projekt gibt“, sagt Daniel Sip. „Es ging recht schnell mit Recruiting-Videos und dem Kennenlernen los. Und 2025 hat es dann endlich geklappt und danach ging es Schlag auf Schlag.“
Die Entscheidung, gezielt Fachkräfte aus Vietnam zu rekrutieren, fiel auch, um die authentische vietnamesische Küche des Hauses weiter zu stärken. Zudem hat Hien Tran selbst eine Einwanderungsgeschichte.
Küchensprache ist Deutsch, um das Team als Einheit zusammenwachsen zu lassen. Auch wenn drei der vier Neulinge jetzt erst gezielte Berufssprachkurse besuchen. „Am Anfang gab es ein paar Probleme mit der Sprache. Aber mittlerweile funktioniert es super und sie können sich gut integrieren und einwandfrei in der Küche mitarbeiten“, sagt Hien Tran. Die Neuzugänge hätten bereits einen „anderen Drive“ und eine gute Struktur mitgebracht, freuen sich die Geschäftsführer. Und viele Ideen für die Speisekarte. Moto Kitchen hat den vier ebenfalls Wohnraum zur Verfügung gestellt.
Welche Gedanken Daniel Sip hatte, bevor die Fachkräfte in Oldenburg angekommen sind, und warum er sich für eine Teilnahme bei „Hand in Hand for International Talents“ entschieden hat, erzählte er uns bereits im letzten Jahr im Interview:
Herr Sip, wie sind Sie auf die Idee gekommen, international nach Mitarbeitenden zu suchen?
Wir waren auf der Suche nach Fachkräften, insbesondere Köchen, Restaurantfachkräften oder Auszubildenden. Auf einer Fachmesse haben wir ein Unternehmen kennengelernt, das Fachkräfte aus Vietnam vermittelt – allerdings machte das Angebot einen etwas dubiosen Eindruck. Dieses Erlebnis haben wir bei einem Treffen mit der IHK angesprochen, die uns daraufhin von der Initiative „Hand in Hand for International Talents“ berichtete. Wir waren froh, eine strukturierte und seriöse Möglichkeit gefunden zu haben, internationale Fachkräfte für unser Unternehmen zu gewinnen.
Welche Bedenken hatten Sie in Bezug auf die Rekrutierung aus dem Ausland?
Da der Inhaber von Moto Kitchen Hien Tran selbst vor einigen Jahren aus Vietnam nach Deutschland ausgewandert ist, hatten wir weniger Bedenken in Bezug auf sprachliche Barrieren oder die Integration der neuen Kolleginnen und Kollegen.
Vielmehr beschäftigten uns Fragen der Planbarkeit: Können wir sicher sein, dass die Bewerberinnen und Bewerber tatsächlich kommen und wir langfristig mit ihnen planen können? Auch die Frage, ob es uns gelingt, sie langfristig an unser Unternehmen zu binden, war für uns wichtig, da die Rekrutierung aus dem Ausland mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Ein weiterer Punkt war die Dauer des Deutschkurses in Vietnam. Da es von den zeitlichen Kapazitäten und der Motivation der Bewerber abhängt, wie schnell die Deutschkurse B1 absolviert werden, schwanken unsere Zeitpläne mit den einzelnen Bewerbern zwischen 8 und 12 Monaten bis zur Einreise.
Sie haben sich trotz der langen Zeit bis zur Einreise entschieden, den Weg weiterzugehen.
Ja, wir haben derzeit mit sieben Bewerberinnen und Bewerbern eine Absichtserklärung vereinbart. Vornehmlich sind es Köchinnen und Köche. Zusätzlich sind 2 Personen aus dem Restaurantfach dabei, die perspektivisch in Leitungspositionen eingesetzt werden sollen, um die Organisation unserer Restaurants zu stärken.
Auf welche Schwierigkeiten sind Sie bisher gestoßen?
Bislang hatten wir keine wirklichen Schwierigkeiten. Der gesamte Prozess verlief dank der guten Struktur und Unterstützung durch das „Hand in Hand“-Projekt reibungslos. Natürlich erwarten wir, dass im nächsten Jahr, wenn die Bewerberinnen und Bewerber tatsächlich anreisen, einige Herausforderungen auf uns zukommen – beispielsweise bei der Wohnungssuche, der Eingewöhnung in den Arbeitsalltag oder der Unterstützung bei bürokratischen Angelegenheiten. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir diese Hürden mit der Unterstützung des Projekts und unseres Netzwerkes hier in Oldenburg gut meistern können.